Herr M.

Herr M. ist eher unauffällig,
von leicht rundlicher Statur.
Man mag ihn, denn er ist gesellig
und von fröhlicher Natur.

Herr M. ist in den besten Jahren,
hat noch Ziele zu erreichen,
doch im Alltag festgefahren
muss sein Eifer Trägheit weichen.

So bleiben Träume unverwirklicht,
der Weg dahin ist viel zu weit,
Herr M. geht solche Wege nicht
auf Grund seiner Bequemlichkeit.

Auf kleine Laster hingewiesen
reagiert Herr M. empört:
er lebe nur zu gern mit diesen,
es gibt keines, das ihn stört.

Ein bischen vollschlank mag er sein
und er raucht gelegentlich,
statt Wasser schätzt er Bier und Wein,
doch schlimm ist all das sicher nicht.

Wenn keiner schaut, dann kratzt er sich,
mitunter bohrt und pult er auch,
Herr M. ist da nicht zimperlich
und reibt genüsslich seinen Bauch.

Herr M. lacht gerne und er sieht
meist mit schadenfrohem Blick,
dem sich kaum etwas entzieht,
eines andern Missgeschick.

Ein Freund hat kürzlich Glück gehabt,
es war ein kleiner Geldgewinn.
„Warum nicht ich?“, hat M. gefragt,
denn Neid und Missgunst lenkten ihn.

Herr M. denkt manchmal nur an sich,
verschiebt die Dinge gern auf morgen.
Was nach ihm kommt, das stört ihn nicht,
der nächste soll sich darum sorgen.

Mich ärgert manchmal dieser Mann!
Doch gleich darauf denk ich bei mir,
ob sich nicht jeder fragen kann:
Wie viel „Herr M.“ steckt denn in dir?

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